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SchuldnerAtlas Aschaffenburg 2011

Regionale Wirtschaftsforschung

Weniger überschuldete Verbraucher am Bayerischen Untermain

Aschaffenburg. Die Zahl überschuldeter Personen in der Region ist in Folge der guten Konjunktur- und Arbeitsmarktlage 2011 gesunken. Diese Entwicklung entspricht auch dem bundesweiten Trend, wie aus dem SchuldnerAtlas 2011 von Creditreform Aschaffenburg hervorgeht

Die Gemeinde Wiesen ist positiver Spitzenreiter in der Region

Die positive Nachricht vorweg: In allen drei Kreisen der Region hat sich die Schuldnerquote verringert. Im Landkreis Aschaffenburg sind lediglich 6,71 % (2010: 6,89 %) der Privatpersonen überschuldet, dies entspricht immerhin einem Rückgang um 0,18 %-Punkten. Einen leichten Rückgang verzeichnen auch der Landkreis Miltenberg mit einer aktuellen Schuldnerquote von 7,80 % (2010: 7,87 %) und die Stadt Aschaffenburg mit 10,24 % (2010: 10,39 %) überschuldeter Verbraucher.

Positive Zahlen auch für Bayern und Gesamtdeutschland

In der Analyse der CEG Creditreform Consumer GmbH und der microm Micromarketing-Systeme und Consult GmbH, Tochterunternehmen der Creditreform-Gruppe, sicherte sich Bayern im Ranking der Schuldnerquoten nach Bundesländern – wie in den Vorjahren – den ersten Platz mit 6,88 % (2010: 7,06%). Auf den Plätzen zwei und drei folgen Baden-Württemberg (7,50 %) und Sachsen (8,26 %). Negativspitzenreiter sind unverändert Bremen (13,48 %), Berlin (12,32 %) und Sachsen-Anhalt (11,49 %), allerdings hat auch hier die Zahl der überschuldeten Verbraucher im Vergleich zum Vorjahr abgenommen.
Ebenso beflügelt von der guten Konjunktur- und Arbeitsmarktlage zeigt sich die Schuldnerquote für Gesamtdeutschland. Die aktuelle Quote beträgt 9,38 % (2010: 9,50 %), dies entspricht einem Rückgang von rund 80.000 Personen auf nunmehr 6,41 Millionen Betroffene (-1,3 %). Die mittlere individuelle Schuldnerhöhe beläuft sich 2011 auf ca. 33.700 €. Als die vier Hauptursachen für Überschuldungsprozesse gelten Arbeitslosigkeit, Trennung vom Lebenspartner, Krankheit und das Konsumverhalten.

Zunahme bei Männern, jungen Erwachsenen und Senioren

Die Überschuldungsproblematik hat sich 2011 in der Gesamtbevölkerung zwar entschärft, allerdings ist ein Rückgang der überschuldeten Personen allein bei weiblichen Schuldnern festzustellen. Die Zahl der Männer in Überschuldungsprozessen nahm hingegen um 1,2 % auf 4,10 Millionen Personen zu. Damit sind nahezu zwei Drittel der überschuldeten Deutschen männlichen Geschlechts.
Stabil ist der Trend des Vorjahres, wonach die Überschuldung jünger wird. So ist mittlerweile mehr als ein Viertel aller Schuldner jünger als 30 Jahre (2011: 28,6 % / 2004: 19,1 %).
Zugenommen hat auch die Zahl der überschuldeten Senioren. Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich ein Plus von 5,71 %, im Vergleich zu 2004 eine Zunahme von 42 %.

Überschuldungstrends im Zeichen einer abkühlenden Konjunktur

Für das kommende Jahr ist weiterhin mit günstigen Bedingung auf dem Arbeitsmarkt und gleichzeitig mit einer Verbesserung der Einkommenssituation der Verbraucher zu rechnen. Allerdings ist in naher Zukunft - vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden konjunkturellen Eintrübung, einem Anstieg atypischer Beschäftigungsverhältnisse und den im Wirtschaftsaufschwung eingegangenen finanziellen Verpflichtungen - ein drastischer Rückgang der Schuldnerquote in Deutschland nicht zu erwarten.

 


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